Der Hafen von Wischhafen

Herzlich willkommen!

Kleine Geschichte des Hafens:

Die jetzige Anlage des Hafens ist wohl nach der großen Weihnachtsflut von 1717 entstanden, bei der auch von Zerstörung der Schleusen berichtet wurde. Er ist eine für unsere Marschlandschaft typische Anlage im Verlauf eines Entwässerungsfleetes, das durch eine Schleuse unterm Deich vom Außentief des Hafens getrennt wird. Mit dem Wasser des Fleetes kann gleichzeitig der Hafen bei Ebbe vom eingetragenen Schlick durch Spülen befreit werden. Das System funktioniert bei ständigem Gebrauch und Schiffsverkehr im Hafen zuverlässig. Bei ruhigeren Zeiten muss mechanisch nachgeholfen werden den Schlick zu lösen und mit der Ebbe heraustreiben zu lassen. Um diesen Hafen in den Außendeichswiesen (Wischen) hat sich der Ort Wischhafen entwickelt, der fast ganz und gar auf die Schifffahrt ausgerichtet war. Von hier aus befuhren die Eignerkapitäne mit ihren Ewern die Elbe und die näheren und ferneren Seegebiete. Im Hafen selbst wurde vor allen Dingen Baumaterial umgeschlagen, wobei Bauholz der meist importierte Artikel war, denn die Marsch kennt keine Wälder. Die für Kehdingen so wichtige Ziegelfahrt hat aus dem Hafen nicht stattgefunden, die Ziegeleien des Ortes hatten eigene Verladeanlagen im Außendeichsgelände. 1839 war der Lagerplatz für Bauholz am Hafen zu klein geworden und es gründete sich aus den Wischhafener Schiffseignern die Hafeninteressentenschaft Wischhafen, die vom Staat ein Gelände hinzupachtete und im Verlauf der Geschichte für den Hafen verantwortlich wurde. Diese Vereinigung verwaltet auch heute noch den Hafen im Auftrag der Gemeinde. Nach dem 2. Weltkrieg, mit zunehmenden LKW-Verkehr nahm der Umschlag im Hafen immer mehr ab und die Schiffe banden nur noch zu Urlaubszeiten oder um aufgelegt auf einen Käufer zu warten, an. Ein letzter Aufschwung im Hafenumschlag fand in den Jahren 1978 bis 1984 statt, als die Entsorgungsfirma Karl Meyer die Versorgung und Entsorgung der Insel Helgoland, sowie die Altglasverschiffung durch das Küstenmotorschiff LOTA im Hafen abwickelte. 1985 baute sich diese Firma eine eigene Kaianlage gegenüber ihrer Betriebsstätte an der Wischhafener Süderelbe. Seither bestimmen Museumsschiffe und ein paar Sportboote die Hafenszene. Der Hafen nennt sich nun Traditionshafen und strebt an, möglichst Oldtimern und Museumsschiffen eine Heimat zu bieten. Der alte Hafen mit den Museumsschiffen und dem Kehdinger Küstenschiffahrts-Museum hinter dem Deich ist ein authentisches Ensemble ländlicher Küstenschifffahrt, wie man es wohl nur noch selten findet.